| Shabani & The Broken Flowers - Othello (Soundservice)
VÖ: 23.10.2009
400 Jahre nach ihrem Bühnendebüt treten Shakespeares Othello und Jago erneut ins Rampenlicht – der schwarze Feldherr der venezianischen Armee und sein neidischer Fähnrich sind diesmal Rockstars und haben ihre Band mitgebracht: „Shabani & the Broken Flowers“. Mit im Gepäck haben sie den Soundtrack für einen musikalischen Roadtrip durch eine Welt voller Intrigen, Liebe, Eifersucht, Machtgier und rassistischen Klischees. In einem kleinen, aber feinen Detail unterscheidet sich die moderne von der altbewährten Storyline indes: Jago und Othello sind ein und dieselbe Person. Die Sprache ist nicht 400 Jahre alt, sondern taufrisch aus dem Jahre 2009. Die griffigen Songtexte fangen Gedanken und Emotionen der Figuren ein und verwerten sie in derben Rocksongs gespickt mit Funk, Soul und HipHop. Patrick Gusset aka Shabani (Shabani & The Burnin Birds), Urheber des Projekts „Othello“ und verantwortlich für Songtexte und Musik, fusioniert den klassischen dramatischen Konflikt mit der Frage nach Identität und Identifikation. Er macht aus Jago Othellos Alter Ego, das Teufelchen in Othellos Kopf, das ihn nicht ruhen lässt bei dem verzweifelten Versuch, im Spannungsfeld zwischen eigenen Ansprüchen und gesellschaftlichen Bedingungen, Herz und Hirn, ein Selbstbild zu entwickeln und zu erhalten. „Ich bin nicht, was ich bin“ – Jagos Satz aus der ersten Szene des Dramas formuliert das zentrale Motiv dieses zeitgenössischen Popdramas: Wer ist hier eigentlich wer? Wo spricht (bzw: singt) Othello, wann hat Jago das Mikro in der Hand? Ein Spiel mit dem Identitätenhopping und der Möglichkeit, sich selber zu erfinden, zu definieren: Wer man sein will, wer man ist und wie man dazu wird. „Ich bin schwarz, mein Herz ist weiss“, sprach Othello einst – doch hier ist nicht einmal das mehr sicher. Die Vielfalt der Möglichkeiten einer, bzw. mehrerer (Teil-)Identitäten spiegelt sich im Musikstil-Potpourri. Mal so, mal so und mal so.
Produziert von Shabani, eingespielt von seiner neuen Band, den Broken Flowers, aufgenommen und gemischt von den Scrucialists, in den heiligen One Drop Studios, ist ein Debüt-Album entstanden, das auf eine Mischung von Stilen, in Musik und Aufnahmetechnik, setzt. Erlaubt ist, was verboten ist, verboten, was Regel ist.
Patrick Gusset studierte Schauspiel und ist neben seiner Tätigkeit als Musiker auch Schauspieler. Er bespielte die Theaterbühnen in Köln, Hamburg, Berlin, Leipzig, Bern, Luzern und Zürich. Nachdem er mit Shabani & The Burnin Birds über 100 Konzertbühnen in der Schweiz und Deutschland rockte, führt er nun seine Bühnenerfahrungen zusammen und präsentiert „Othello“ by Shabani & The Broken Flowers.
Gemeinsam mit dem Regisseur Laurent Gröflin inszeniert, ist das Ganze ein Konzert mit feinen szenischen Elementen und Videoeinspielungen: eine frische Show zum mitrocken, mittanzen, mitsingen, schmunzeln und nachdenken. Ein Versuch dem medialen Wahn ein Stück Kultur zu entlocken.
Website:
www.shabanibrokenflowers.ch |
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